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Die NRHA European Futurity Champions im Porträt: Susanne Schnell & Dunits Finest Stop

Mit einer 212 wurden Susanne Schnell und Dunits Finest Stop European Futurity Champion Open Level 2 und 1 und Fünfte in der Level 3. Der Hengst (Footworks Finest x Smart Katy Rio x Ill Be Smart) stammt aus der Zucht von Christine Bayer und ist im Besitz von Wolfgang Neuendorff . Die NRHA Germany sprach mit Susanne Schnell, die auf der Green Valley Ranch in Parkstein trainiert.


NRHA Germany: Kannst Du uns etwas über den Werdegang von Dunits Finest Stop erzählen - wer hat ihn ausgebildet und seit wann hast Du ihn?

Susanne Schnell: Dunits Finest Stop stammt aus der Zucht von Elmar Bayer (City Corral Quarter Horses) ganz bei mir in der Nähe. Elmar Bayer brachte seinen "Footy" dann zur Ausbildung zu Rudi Kronsteiner, wo er auch war bis nach der NRHA Germany Futurity 2013. Danach kam er zu mir und ich durfte ihn nach nur wenigen Tagen bei mir auf der Q13 in Junior Reining vorstellen. Das lief schon sehr gut, so konnte ich in Show 3 und 4 mit Footy den 1. und 2. Platz belegen. Darüber waren wir (Elmar Bayer und ich) natürlich sehr froh nach nur eineinhalb gemeinsamen Wochen.  So beschlossen wir dann auch noch, Dunits Finest Stop auf der DQHA Körung und Hengstleistungsprüfung vorzustellen. Auch das meisterten wir sehr gut. So wurde Footy mit einer 7,85 gekört. In der Hengstleistungsprüfung erhielten Footy und ich einen Score von 74 und eine Gesamtnote von 7,84. Nachdem wir uns als gutes Team erwiesen, kam mein Lebensgefährte zu mir und fragte mich: "Wäre das nicht ein Pferd für dich?" Ja, was soll ich sagen, die Frage überrachte mich natürlich sehr und ich meinte, "Footy ist ein tolles Pferd, aber ich kann ihn mir nicht leisten". So kam es dann zu Verkaufsverhandlungen mit Elmar Bayer und mein  Lebensgefährte wurde neuer Eigentümer dieses Pferdes.

NRHA Germany: Wo liegen die Stärken dieses Pferdes?
Susanne Schnell: Footy ist ein junger Hengst, der schon auch weiß, dass er Hengst ist. Allerdings ist er unter dem Sattel immer sehr einfach und brav. Er ist sogar von einem "Reiteinsteiger" ohne jedes Problem zu reiten. Er gibt sich sehr viel Mühe und hat ein ganz großes Herz. Im Umgang ist er super zu händeln und erweist sich als eine "Schmusebacke". Ich glaube, Footy gibt für mich immer sein Bestes, weil wir von Anfang an ein gutes Team waren.

NRHA Germany: Schildere uns doch bitte euren Finalritt aus Deiner Sicht

Susanne Schnell: Wie ja schon gesagt, hatte ich Footy das erste Mal auf der Q13 geshowt und dann bis zur Eurofuturity ja nicht mehr. Natürlich hatten wir zu Hause auf der "Green Valley Ranch" von Hans und Karolin Zimmerer viel trainiert und sind glaube ich gut "zusammengewachsen". Natürlich hatten wir perfekte Trainingsbedingungen in der in 2013 fertiggestellten neuen Reithalle mit einer Reitfläche von 30 x 82 m. Demnach waren wir gut vorbereitet und Footy war im Go Round sehr aufmerksam und willig und wir hatten einen tollen Run. Am Ende des Go Rounds, den wir mit einer 216 abschlossen, haben wir das Level 4 Finale leider nur um einen halben Punkt verpasst, aber natürlich war ich sehr froh über den Einzug in die Finale für Level 1-3. Beim Consolation Run für Level 4 war Footy auch sehr nett, allerdings habe ich da kleine Patzer, wie halbe Penalties bei den Spins auf beiden Seiten eingebaut, sonst hätten wir sogar noch das Finale Level 4 erreicht. So hatte ich 2 Ritte absolviert. Ich kaufte mir die Videos von Marko Pupkes, um die Ritte nochmal zu analysieren. So hatte ich einen Plan und wusste ja vor dem Finale, dass Footy mir sein "Bestes" gibt. Das ist natürlich ein gutes Gefühl, und ich habe das große Glück, dass ich sowieso wenig Probleme mit Nervosität habe. So gingen wir relativ entspannt ins Finale. Mein Ziel war, den Finalritt so zu gestalten wie den Go Round. Das hat auch ziemlich gut funktioniert, wir hatten nur eine kleine Unsicherheit vor dem ersten Galoppwechsel, wo Footy schon ein wenig früher wechseln wollte als er sollte  und er deshalb kurz vor dem Wechsel etwas den Kopf hob. Ansonsten sind Footys Stärken eigentlich eben die Zirkel mit Speed Control und Wechsel, er ist auch ein guter Stopper und macht seinem Namen damit Ehre und auch seine Spins sind gut.  Die Richter waren sehr streng, aber fair.

NRHA Germany: Was bedeutet Dir gerade dieser Sieg?

Susanne Schnell: Der Gewinn der European Futurity (Level1 und 2)  und noch der 5. Platz in Level 3 freuen mich natürlich riesig. Das ist das höchtdotierte Turnier außerhalb der USA, und dementsprechend waren viele sehr gute Reiter und Pferde aus ganz Europa vertreten. Viele der Pferde waren aus den USA importiert und z.T. dort auch schon sehr erfolgreich gelaufen. Deshalb freut es mich besonders, dass ich Footy zu diesem Erfolg reiten konnte.


NRHA Germany: Deine größten Erfolge bisher?


Susanne Schnell: Das ist eine schwierige Frage. Meine "Karriere" als Trainerin begann mit dem Gewinn der Breeders SBH Non Pro Futurity im Jahr 2000. Danach entschloss ich mich, meinen eigentlichen Job als "Verwaltungsfachangestellte" an den Nagel zu hängen und als Co Trainerin bei George Maschalani anzufangen. Seit 2001 arbeite ich also als Trainerin. In dieser Zeit hat sich natürlich viel ereignet. So kam ich in 2001 mit meinem Pferd der Futurity 2000 auch 2001 ins Finale der NRHA Futurity,  dann aber in der Open Klasse. Den Palomino Hengst "ZAR JAC" hatte ich trainiert und ausgebildet und auch er war als 3jähriger Futurity Finalist. Ich hatte über die Jahre immer wieder gute Platzierungen, habe dann z.B. in 2011 die Bronze Medaille gewonnen mit meinem Hengst "Customized Crome" auf der EM der QH in SBH Reining. Mit diesem Pferd habe ich dann aber auch verschiedene Allround Champion Titel bekommen. In 2013 wurde ich mit Cosima Bergauers Stute "Reserve Champion" in Senior Reining auf der EM der QH. Ein Erfolg, der mich auch sehr freute war der Gewinn von "Germany´s Finest Rider" in 2013 (hier wurde ich auch noch Reserve Champion). Das ist ein Event, das noch in den "Kinderschuhen" steckt, von der Zeitung Western Horse zusammen mit Hardy Oelke ins Leben gerufen wurde und bei dem eben nicht "spektakuläres" Reiten gezeigt werden soll, sondern eben schönes und harmonisches Reiten mit möglichst feinen und unsichtbaren Hilfen. Das ist mir eigentlich sehr wichtig und ist ein Anspruch für mich im Training.Häufig denke ich, dass so mancher Reiningreiter nicht "schön" ausschaut und für mich das Gesamtbild wichtig ist.

NRHA Germany: bei wem hast Du eigentlich gelernt? Gab es einen besonderen Mentor?

Susanne Schnell: Ganz ursprünglich habe ich als Kind angefangen mit "normalen" Englisch-Reitstunden. Meine damalige Lehrerin Sabine Künkler war Gott sei Dank eine sehr gute Lehrerin. Nach einer Weile im Dressur- und Springsattel begann ich dann parallel auch mit dem Westernreiten. Damals fing ich an mit Kursen bei George Maschalani, Kai Wienrich, Reinhold Bartmann und auch mal Rudi Kronsteiner. Später war ich dann häufig im Urlaub als "Praktikant" bei George Maschalani. Zu der Zeit lernte ich sehr viel von ihm und den vielen unterschiedlichen Pferden, die ich dort eben reiten durfte. Ich versuchte (und versuche immer noch) Kurse bei den verschiedensten guten Reitern zu besuchen. Sehr gut haben mir die Kurse mit Andrea Fappani gefallen (als Teilnehmer und auch einfach nur als Zuschauer). Ab 2001 war ich ja dann Co Trainerin bei George Maschalani. Vieles von dem, was ich heute noch an Übungen mache, kommt aus der "Schule" von George. Er konnte sehr gut erklären und hatte sehr gute "Ideen". Heutzutage versuche ich mir immer gute Reiter anzuschauen (auch auf Trainingsvideos - z.B. Andrea Fappani) und ich versuche mir aus alle dem das für mcih rauszusuchen, was ich gut finde. Allerdings schaue ich mich nicht nur im "Westernbereich" um, sondern durchaus auch manchmal im "klassischen".  Ich versuche jedenfalls immer "meine Augen offen zu halten" und immer weiter dazu zu lernen.

NRHA Germany: Gibt es jemand, dem Du besonders für den Sieg danken möchtest?

Susanne Schnell: Besonders danken möchte ich natürlich dem Besitzer von "FOOTY" - Wolfgang Neuendorff. Er ist ja wie gesagt auch mein Lebensgefährte und unterstützt mich, wo immer er kann. Dafür danke ich ihm von ganzem Herzen.

Auch ein Danke an Elmar Bayer, den Züchter und Vorbesitzer von Footy, der mir das Vertrauen schenkte und mir Footy für die Q13 "zur Verfügung" stellte und auch für seine weitere Unterstützung. Und natürlich möchte ich auch Hans und Karolin Zimmerer danken. Sie betreiben die Green Valley Ranch in Schwand, auf der ich bei besten Bedingungen trainieren darf. Ein großes Danke geht auch an meine Tierärztin Sabrina Moreis (Equichirovet Moreis) und an meinen Schmied Niels Langhammer, die natürlich auch einen großen Anteil am Erfolg haben.