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Interessengruppe wirbt für Fohlennominierungsprogramm - im Gespräch mit Kay Wienrich

Wie gestern in einigen Medien zu lesen war, wirbt eine Interessensgruppe aus Züchtern und Trainern eindringlich für das Fohlennominierungsprogramm. Wir sprachen dazu mit NRHA Germany Präsident Kay Wienrich.


NRHA: Der in den Medien publizierte Antrag einer Interessensgruppe aus Züchtern und Trainern, das Fohlennominierungsprogramm doch noch mal aufzugreifen und darüber abzustimmen, überrascht ein wenig, schließlich wurde das Programm auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung bei der NRHA Breeders Futurity 2013 abgelehnt. Was sagen Sie als erster Vorsitzender dazu?

Wienrich: Es freut mich sehr, dass das Fohlennominierungsprogramm erneut ins Gespräch kommt und damit eine neue Abstimmung näher rückt. Der gesamte Vorstand der NRHA Germany ist von dem Programm absolut überzeugt. Meiner Meinung nach konnte die Abstimmung der relativ wenigen anwesenden Mitglieder bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung ohnehin nicht repräsentativ sein. Wir müssen etwas für die Zukunft des Futurityprogramms tun. Das Fohlennominierungsprogramm in Verbindung mit der neuen Ranch Horse Klasse eröffnet meiner Ansicht nach große Chancen für uns und neue Absatzmärkte. Zudem ist ja nichts in Stein gemeißelt: sollte sich das Programm als doch nicht tragbar erweisen, werden wir uns eben etwas anderes überlegen. Klar ist allerdings: wer mehr will, muss auch etwas dafür geben.

NRHA: Wie sind Ihrer Meinung nach die Aussichten, dass das FNP diesmal die Zustimmung der Mehrheit findet?

Wienrich: Das ist schwer zu beurteilen. Der jetzige Antrag beinhaltet eine Änderung (die auch notwendig ist, da sonst eine erneute Abstimmung gar nicht möglich wäre): Es ist jetzt der Einzahler, der den Freistart bekommt, nicht der Hengsthalter. Diese Änderung ist nachvollziehbar und richtig. Der Vorstand steht jedenfalls nach wie vor hinter dem Programm. Wie immer die Abstimmung jedoch ausfällt: ich kann jedem nur empfehlen, unbedingt zur Jahreshauptversammlung zu kommen. Wie gesagt, müssen wir etwas tun, und wenn das FNP abgelehnt werden sollte, hoffe ich auf jeden Fall auf den einen oder anderen Input aus der Mitgliederschaft, damit wir daraus neue Ideen entwickeln können.

Hier die Einzelheiten zum Programm, wie es im jetzigen Antrag steht:

Allgemeines 

Das Fohlennominierungsprogramm (FNP) stellt eine Erweiterung des seit Jahren erfolgreichen SSP Programms dar. Das bestehende SSP bleibt in seiner heutigen Form erhalten. 

Ziele des FNP 

Durch das Fohlennominierungsprogramm sollen neue Einnahmen für die Breeders Futurity und das Breeders Derby generiert werden, um die Preisgelder auch in Zukunft auf attraktivem Niveau zu sichern. Zudem soll die Finanzierung des SSP und damit der Futurity/des Derbys fairer verteilt werden. Neben den  Hengstbesitzern werden in Zukunft auch die Fohlenbesitzer beteiligt. Diese sind es auch, die später durch die Preisgelder profitieren. 

 Änderungen im SSP 

Die Gebühren für den Besitzer eines SSP Hengstes bleiben unverändert. Es gibt jedoch keinen Freistart auf der Futurity. Der Einzahler des SSP-Hengstes erhält eine Freinominierung für 2 Fohlen in seinem Besitz im Absetzerjahr. Die Gutschrift in Form der unentgeltlichen Fohlennominierung kommt somit einer großen Anzahl von SSP-Hengstbesitzern zu Gute. 

FNP - Allgemeines und teilnahmeberechtigte Fohlen 

Das FNP startet im Jahre 2016. Ab dem Jahr 2019 müssen Pferde, die auf der 3-jährigen Futurity starten wollen, im FNP einbezahlt sein, ab dem Jahr 2020 alle Pferde, die auf der 4-jährigen Futurity starten wollen. 

Ab dem Jahre 2021 müssen Pferde, die auf dem Derby starten wollen, im FNP einbezahlt sein. Für die im Jahre 2021 bereits 6-jährigen Pferde, die nicht einbezahlt sind, gilt eine Übergangsregelung: sie sind startberechtigt, müssen jedoch ein erhöhtes Startgeld zahlen. Der Betrag der Erhöhung wird in der Ausschreibung des Breeders Derbys 2021 veröffentlicht. Die Erhöhung des Startgelds ist deshalb notwendig und fair, da die dann 6-jährigen Preisgeld aus dem Nominierungsgeld der 5-jährigen gewinnen können. 

Grundsätzlich müssen die Hengste/Sire der Fohlen, die am FNP teilnehmen und auf Futurity und Derby starten, im SSP einbezahlt sein. Dies ist Voraussetzung für die Nominierung der Fohlen. Nur Fohlen von SSP Hengsten können am FNP teilnehmen. Der Nominierer (die Person bzw. Besitzer) des zu nominierenden Fohlens muss Mitglied bei der NRHA Germany sein. Hengste können wie bisher zu den  bekannten Nachnominierungsbeträgen nachbezahlt werden. Die aktuellen SSP Regularien lassen den Beginn eines obligatorischen FNP vor 2016 nicht zu. Für die Übergangszeit von 2014 und 2015 wird ein optionales FNP gestartet. 

Alle Nachkommen eines SSP Hengstes können bereits ab 2014 freiwillig in das FNP eingezahlt werden. Auf der 2017 und 2018 Futurity bzw. 2019 und 2020 Derby wird ein für die dann bereits eingezahlten Pferde getrenntes, zusätzliches Preisgeld ausgelobt. 

Im Übrigen gelten alle anderen Regeln des FNP. 

Entgelt für das FNP 

Die Höhe der Fohlennominierungsgebühr (Nomination Fee) ist abhängig vom Alter des zu nominierenden Fohlens. 

Die Nominierungsgebühr beträgt für 

* Absetzer (bis einschließlich 31.12. des Geburtsjahres des Pferdes ) 150,00 € 

* Jährlinge (1.1. bis 31.12 des Jährlingsjahres) 1.000,00 € 

* 2-jährige (1.1. bis 31.12. des 2-jährigen Jahres) 2.000,00 € 

* 3-jährige (1.1. bis 31.12. des 3-jährigen Jahres) 3.000,00 € 

* 4-jährig (1.1. bis 31.12. des 4-jährigen Jahres) 2.250,00 € 

* 5-jährig (1.1. bis 31.12. des 5-jährigen Jahres) 1.500,00 € 

* 6-jährige (1.1. bis 31.12. des 6-jährigen Jahres) 750,00 € 

 

Diese Beträge müssen vollständig bis zum jeweiligen 31.12. eingezahlt werden. Für das erste Fohlenjahr im ersten Jahr des Programms wird die Deadline für Nominierung und Bezahlung auf den 31.3.2015 verlängert. Evtl. Bankspesen oder CC-Gebühren müssen zusätzlich vom Nominierer bezahlt werden. Spätestens zum Zeitpunkt der Nominierung eines Pferdes muss eine Competition License beantragt und erstellt werden. Existiert zum Zeitpunkt der Nominierung noch keine CL für das Pferd, wird mit der Nominierung automatisch eine CL mit beantragt und erstellt. Die Gebühren für die CL werden zusätzlich zum FNP-Entgelt berechnet, zu den jeweilig gültigen CL-Gebühren. Das gilt im übertragenen Sinne auch für die NRHA Germany Mitgliedschaft des Nominierers. Der Nominierer erhält für die Nominierung einen Eintrag auf der CL “Einbezahlt in das NRHA Germany 

Fohlen-Nominierungs-Programm im Jahre xxxx“. 

Ausschüttung des FNP 

Die Einnahmen aus dem FNP werden vollständig ohne jeglichen Verwaltungseinbehalt wieder ausgeschüttet. Die Ausschüttung erfolgt anteilig für die 3- und 4-jährige Futurity und das Derby im jeweiligen Jahr, an dem der FNP-Jahrgang startberechtigt ist. 

Die Aufteilung der Einnahmen aus dem FNP werden gemäß dem nachfolgenden Schlüssel für die Futurity und Derby Klassen ausgeschüttet. Anteil an den Einnahmen als Preisgeld für 

3-jährige Futurity 16 % 

4-jährige Futurity 28 % 

Derby (5 und 6-jährig) 56 % 

Nominator Incentive 

Der Nominierer des Fohlens erhält immer 8% des Preisgeldes, das ein von ihm nominiertes Pferd auf der Futurity oder dem Derby gewinnt. Die restlichen 92% werden an den Besitzer des Pferdes zum Zeitpunkt der Show ausgeschüttet. Das bildet einen zusätzlichen Anreiz zur Nominierung des Fohlens, da man auch Geld zurückbekommt, selbst wenn man das Pferd verkauft hat. Bei einer Gesamt-Gewinnsumme von 2.250,00€ bei möglichen vier Starts auf der Futurity und dem Derby bekommt der Nominator sein Nominierungsentgelt im Rahmen des Nominator Incentives zurück. 

Promotion von FNP einbezahlten Pferden 

Für FNP einbezahlte Pferde wird eine exklusive Verkaufsplattform auf der neuen NRHA Germany Webseite eingerichtet. Dieser Service ist kostenlos