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Medizin: Aktuelles zum Thema Herpes-Virus bei Pferden

Das Equine Herpesvirus (EHV) gewinnt weltweit mehr und mehr Bedeutung. Auch in Deutschland hat es immer wieder Ausbrüche dieser hochansteckenden und gefährlichen Viren gegeben. Einen Update zum aktuellen Wissen gibt die neue Studie der Freien Universität Berlin “Equine herpesviruses type 1 (EHV-1) and 4 (EHV-4)-Masters of co-evolution and a constant threat to equids and beyond,” , die in Veterinary Microbiology publziert wurde.


Das sollten Sie zu EHV wissen:

* Die beiden wichtigsten Arten sind EHV 1 und EHV 4. Während sich EHV 4 auf den Atmungstrakt des Pferdes beschränkt, führt EHV 1 auch zum Abort bei Stuten sowie schweren neurologischen Problemen (Lähmungen etc.). Es handelt sich um zwei unterschiedliche  Herpesviren, die sogar die Artenbarriere überspringen können (Lamas  können laut der Studie von EHV 1 befallen werden). EHV ist für den Menschen jedoch ungefährlich.

* Die derzeit verfügbaren Impfstoffe stellen keinen vollständigen Schutz dar. Geimpfte Pferde können trotzdem erkranken, jedoch soll der Verlauf milder sein und sie sind nicht so lange Ausscheider wie nicht-geimpfte Pferde. EHV-Impfungen sind nicht ununmstritten, da sie mehr oder weniger starke Nebenwirkungen haben können. Die Pferde sind unbedingt nach der Impfung zu schonen; zudem empfiehlt es sich, die Influenza-Impfung und die EHV-Impfung getrennt durchzuführen. Neue Impfstoffe werden erprobt, ob und wann diese auf den Markt kommen, ist nicht sicher.

* Der Pferdebesitzer kann viel tun, um die Ausbreitung zu verhindern:
- erkrankte Pferde trennen und unbedingt direkten Kontakt, aber auch indirekten (Putzzeug, Übertragung durch Pflegepersonal etc.) verhindern. Hygienische Maßnahmen wie Händewaschen/-desinfizieren, Wechsel der Kleidung, Tragen von Schutzkleidung, Desinfektionswannen sind lebenswichtig!
- in gefährdeten Betrieben keine Pferdewechsel für ca. 3 Wochen (also keine Pferde in den Betrieb, bzw. aus dem Betrieb heraus)

- EHV kann durch Stress ausbrechen. Daher Stress soweit möglich beschränken durch optimale Fütterung und Pflege, konsequente Entwurmung und Vermeidung unnötiger Transporte.

- bei erkrankten  / gefährdeten Pferden kann evtl. die Gabe eines Paramunitätsinducers oder Echinacea-Tropfen bzw. ähnlicher homöopatischer Arzneimittel unterstützen
Quelle: The Horse