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Praxis: Zaun-Sünden vermeiden

(aid) Pferdeweiden sollten vor dem Weideauftrieb auf ihre Tauglichkeit überprüft werden. Denn über den Winter hinweg können Schäden aufgetreten sein, die repariert werden sollten. Zäune mit scharfen Kanten und hervorstehenden Nägeln, gesplitterte Balken und abgebrochene Holzpfosten stellen eine Verletzungsfalle für Pferde dar. Die Tiere können sich leicht tiefe Riss- und Stichwunden zufügen, wenn sie sich mit dem Kopf daran reiben oder hängen bleiben. Die Gefahr von Blutvergiftungen und der Erkrankung an Tetanus ist dann nicht selten die Folge.


Der ausschließliche Einsatz von Drahtzäunen - wie beispielsweise Stacheldraht - ist für den Einsatz auf Pferdeweiden gemäß eines Urteils des Thüringer Oberverwaltungsgerichts verboten. Bei einem Zaundurchbruch von in Panik befindlichen Tieren können diese sich lebensgefährlich an Brust und Beinen verletzen. Drahtgeflechte, Knotengitter und Maschendrahtzäune werden zu Fangzäunen für Pferdebeine - und sind deshalb ebenfalls verboten. Deshalb sollte auf die Verwendung solcher Zäune verzichtet oder mittels eines zusätzlichen, impulsstarken Elektrozaunes im Abstand von einem Meter eine ausreichende Distanz geschaffen werden.

Auch Strohstrippen, Heukordeln oder andere Bindfäden sind vollkommen ungeeignete, weil nicht stromleitende Materialien zum Ausbessern von Zäunen. Bei einem Zaundurchbruch können aufgrund des reißfesten Materials lebensbedrohliche Schnittverletzungen an Brust und Beinen der Pferde entstehen.

Zaunstangen und -balken, die mit blanken Bandeisen oder vergleichbarem Material befestigt sind, stellen aufgrund ihrer scharfen Kanten ebenfalls eine Quelle für Verletzungen dar. Mit Kunststoff ummantelte Lochbänder sind eine bessere Alternative zum Befestigen oder Verbinden von Holzzäunen und verringern dadurch das Risiko einer möglichen Schnittverletzung.

Elektrozäune sollten grundsätzlich nicht verknotet werden. Die filigranen Drahtleiter sind sehr empfindlich, reißen und unterbrechen die Stromzuführung. Zaunverbinder stellen die bessere Option dar, um Elektroleiter zu verlängern, Zäune zu reparieren und Torgriffe anzubringen.

Elektrozäune müssen auch regelmäßig von Pflanzenbewuchs befreit werden, da sonst die Stromführung verringert oder unterbrochen wird - mit negativen Konsequenzen für die Hütesicherheit. Denn bei Tau oder Regenwetter entstehen unerwünschte Entladungen über Astwerk oder hochgewachsene Gräser.

Torfedern und -griffe mit freiliegenden Spiralen sind für Pferde eine große Gefahrenquelle und daher ungeeignet. Die Tiere können sich mit den Schweifhaaren darin verfangen und in Panik losstürmen. Reißt eine solche Spirale unter Zug, kann sie wie ein Wurfgeschoß zurückschnellen und großen Schaden anrichten.
Quelle: Anke Klabunde, www.aid.de

Weitere Informationen:
aid-Heft "Sichere Weidezäune"
Bestell-Nr. 1132, Preis: 3,00 Euro
www.aid.de/shop/shop_detail.php?bestellnr=1132