Ergebnisse NRHA-Member
Login      Facebook

Medizin: Bei Magengeschwüren dringend häufiger Heu füttern!

Das Thema Magengeschwüre beim Pferd ist eigentlich noch gar nicht so lange im Bewusstsein der Pferdehalter. Mann weiß heute, dass bis zu 90 % der Rennpferde und etwa 60 % der Turnierpferde an Magengeschwüren leiden. Aber auch bei Freizeitpferden und sogar Fohlen sind Magengeschwüre keine Seltenheit mehr. Typische Symptome sind wiederholter Durchfall, Appetitlosigleit, Koliken, Leistungsabnahme und Änderungen im Verhalten.


Magengeschwüre treten immer dann auf, wenn die schützende Magenschleimhaut der Magensäure des Pferdes nicht mehr Herr wird. Hauptursache ist mangelhafte Heufütterung, d.h. zu große Abstände zwischen der Rauhfutteraufnahme. Wer nur morgens und abends Heu füttert und das Pferd in der Zwischenzeit in einen Paddock ohne weitere Zufütterung stellt, muss sich nicht wundern, wenn es Magengeschwüre entwickelt.

Wildpferde fressen den Großteil des Tages ständig kleine Mengen Gras und bewegen sich dabei langsam vorwärts. Dieses ständige Grasen verhindert einen leeren Magen, die Magensäure kann  ihre Aufgabe erfüllen und greift nicht die Schleimhaut an. Ganz anders beim domestizierten Pferd: bei häufig nur zwei Mahlzeiten an Tag bleibt der Magen über viele Stunden leer, die Magensäureproduktion geht trotzdem weiter und greift schließlich die Schleimhaut an. Geschwüre können die Folge sein. 

Glücklicherweise sprechen die meisten Patienten gut auf den Säureblocker Omeprazol an. Dass man die Fütterung gleichzeitig unbedingt umstellen sollte, ist selbstverständlich:

* Am besten hilft Heu / Weide rund um die Uhr. 

* grundsätzlich kleine Futtermengen mehrfach über den Tag verteilt

* Vorsicht bei der Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten wie z.B. Phenylbutazon

* auf gesundes Calcium:Phosphor Verhältnis im Futter achten. Calcium beeinflusst Studien bei anderen Arten zufolge die Ausschüttung des Hormons Gastrin, das die Magensaftsekretion steuert. 

Mehr Infos: The Horse